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Bertelsmann-Studie: Pflege kostet 230.000 Jobs

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt es schwarz auf weiß: Wer mehr als zehn Stunden pro Woche einen Angehörigen pflegt, reduziert seinen Job oder steigt ganz aus. Bis 2045 fehlen dem deutschen Arbeitsmarkt dadurch rund 230.000 Vollzeitkräfte. Das ist kein abstraktes Problem. Das betrifft Familien in Alpen, Wesel, Xanten und in jeder anderen Stadt am Niederrhein, die jeden Tag versuchen, Pflege und Beruf irgendwie hinzubekommen.

Was sagt die Studie genau?

Die Zahlen aus der Bertelsmann-Studie sind eindeutig. Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Etwa 80 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt, durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste. Und 4,6 Millionen erwerbsfähige Menschen pflegen mindestens einen Angehörigen zu Hause. Das ist jeder elfte Berufstätige in diesem Land.

Die entscheidende Grenze liegt bei zehn Stunden pro Woche. Ab diesem Pensum steigen Menschen aus ihrem Job aus oder reduzieren ihre Stunden erheblich. Ändert sich nichts am System, wird künftig jeder siebte Berufstätige einen Angehörigen pflegen müssen. Das ist ein deutlicher Anstieg. Und er kostet den Arbeitsmarkt bis 2045 rund 230.000 Vollzeitstellen.

Warum ist das ein politisches Problem?

Die Studie erscheint zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Kurz bevor die geplante Pflegereform der Bundesregierung umgesetzt werden soll, liegen diese Zahlen auf dem Tisch. Und sie passen schlecht zu dem Bild, das politisch gerade gezeichnet wird. Einfach mehr arbeiten, das klingt als Antwort ziemlich hohl, wenn gleichzeitig Millionen Menschen gar nicht mehr arbeiten können, weil sie zu Hause jemanden versorgen.

Das ist kein Vorwurf an pflegende Angehörige. Im Gegenteil. Diese Menschen leisten jeden Tag enorm viel. Aber sie brauchen Unterstützung, damit sie überhaupt die Wahl haben, wie viel sie arbeiten. Und genau da hakt die aktuelle Situation.

Welche Rolle spielen ambulante Pflegedienste?

Die Bertelsmann-Studie spricht von sogenannter informeller Pflege. Damit meint sie sowohl die Arbeit pflegender Angehöriger als auch die Unterstützung durch professionelle Dienste. Ambulante Pflegedienste, also Intensivpflege-Dienste genauso wie klassische Tourenpflege, sind ein zentraler Baustein dieses Systems.

Wenn ein Pflegedienst die Versorgung eines Angehörigen übernimmt oder zumindest einen Teil davon, dann kann die pflegende Person morgens zur Arbeit gehen. Vollzeit oder zumindest Teilzeit. Das klingt simpel, hat aber riesige volkswirtschaftliche Auswirkungen. Wer ambulante Pflegedienste stärkt, entlastet gleichzeitig den Arbeitsmarkt.

Deshalb reicht es nicht, nur pflegende Angehörige zu entlasten. Die Bundesregierung muss auch die professionellen Pflegedienste gezielt fördern. Denn die setzen ihre Ressourcen zu 100 Prozent dafür ein, dass Angehörige überhaupt arbeitsfähig bleiben. In Regionen wie Moers, Rheinberg oder Kamp-Lintfort sind es oft kleine und mittelgroße Pflegedienste, die diesen Ausgleich im Alltag schaffen.

Was muss sich bei der Pflegereform ändern?

Die Studie kommt zu einem klaren Schluss: Wer die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessern will, muss an zwei Stellen ansetzen. Erstens bei den Angehörigen selbst, mit besserer Entlastung, mehr Flexibilität und konkreter Unterstützung im Alltag. Zweitens bei den professionellen Pflegediensten, die diese Entlastung erst möglich machen.

Konkret heißt das: Ambulante Pflegedienste brauchen bessere Rahmenbedingungen, faire Vergütung und weniger Bürokratie. Solange das nicht passiert, bleibt die Rechnung dieselbe. Pflegende Angehörige kürzen ihre Arbeitszeit. Und der Arbeitsmarkt verliert Fachkräfte, die er dringend braucht.

Die Pflegereform ist eine große Chance. Aber sie entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie auch die professionellen Dienste stärkt und nicht nur auf dem Papier Verantwortung verteilt.

Was bedeutet das für dich als pflegende Person?

Stell dir vor, du pflegst einen Elternteil zu Hause und fragst dich gleichzeitig, ob du deinen Job noch stemmen kannst. Genau in dieser Situation stecken Millionen Menschen in Deutschland. Du bist damit nicht allein, auch wenn es sich oft so anfühlt.

Der erste Schritt ist, dir Unterstützung zu holen. Ein ambulanter Pflegedienst kann Teile der Versorgung übernehmen und dir den Rücken freihalten. Das ist keine Schwäche. Das ist eine kluge Entscheidung, für dich und für die Person, die du pflegst. Denn wer dauerhaft überlastet ist, kann auf lange Sicht keine gute Pflege leisten.

Sprich mit deiner Pflegekasse über die Möglichkeiten, die dir zustehen. Und ruf einfach bei uns an, wenn du Fragen hast. Wir kennen die Situation am Niederrhein und helfen dir, den richtigen Weg zu finden.

Du pflegst einen Angehörigen und fragst dich, wie du das mit dem Beruf vereinbaren kannst? Wir sind in Alpen und dem gesamten Niederrhein für dich da. Ruf uns an oder schreib uns kurz, wir schauen gemeinsam, was möglich ist.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Quelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2026/angehoerigen-pflege-fehlende-vereinbarkeit-mit-dem-job-gefaehrdet-im-jahr-2045-mehr-als-200000-stellen

Häufige Fragen

Was besagt die Bertelsmann-Studie zur Pflege und Arbeit?

Die Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 4,6 Millionen erwerbsfähige Menschen in Deutschland neben dem Beruf pflegen. Wer mehr als zehn Stunden pro Woche pflegt, reduziert seinen Job oder steigt aus. Bis 2045 fehlen dem Arbeitsmarkt dadurch rund 230.000 Vollzeitstellen.

Ab wie vielen Stunden Pflege wird der Beruf gefährdet?

Die Studie nennt zehn Stunden pro Woche als kritische Grenze. Ab diesem Pensum ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Berufstätige ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aufhören zu arbeiten.

Wie helfen ambulante Pflegedienste pflegenden Angehörigen?

Ambulante Pflegedienste übernehmen einen Teil der Versorgung zu Hause. Das gibt pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, weiterhin Vollzeit oder Teilzeit zu arbeiten. Sie sind damit ein wichtiger Faktor für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Was fordert die Studie von der Politik?

Die Studie empfiehlt, die sogenannte informelle Pflege gezielt zu fördern. Das umfasst sowohl die Unterstützung pflegender Angehöriger als auch die Stärkung professioneller ambulanter Pflegedienste durch bessere Rahmenbedingungen und faire Vergütung.

Was kann ich tun, wenn ich Pflege und Job nicht mehr vereinbaren kann?

Wende dich an deine Pflegekasse und frage nach Entlastungsleistungen, die dir zustehen. Ein ambulanter Pflegedienst kann Teile der Versorgung übernehmen und dir Freiraum schaffen. Frühzeitige Beratung hilft, bevor die Situation zur Belastung wird.

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